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Infobroschüre Mediengestalter Digital und Print

Mediengestalter Digital und Print / Mediengestalterin Digital und Print Pünkt­lich zum Aus­bildungs­start erschien die Medien­gestal­ter-Broschüre. Die Teil­novellierung mit den neuen Wahlqualifika­tio­nen ist am 1. August 2013 in Kraft getre­ten. Die Broschüre informiert über die Neuerun­gen, ver­schiedene Tätigkeits- und Aus­bildungs­profile, die Aus­bildungs­struktur, die Ver­ord­nung mit Erläu­terun­gen, den Aus­bildungs­rah­men­plan und über Prüfungs­strukturen und Rahmen­lehr­plan.

Tätigkeitsprofile

Tätigkeitsprofile Mediengestalter Digital und Print | Mediengestalterin Digital und Print Tätigkeitsprofile (Beispiele) Nachfolgend sind einige typische Geschäftsfelder bzw. daraus abgeleitete Tätigkeitsprofile dargestellt, die die Bandbreite der unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte verdeutlichen. Technische Realisation Printmedien(Datenhandling, Medienoperating, Gestaltung) In der Mehrzahl der Fälle wird es sich bei diesem Profil um mehrstufige Druckbetriebe handeln. Hier steht die Datenkompetenz im Vordergrund. Die Unternehmen arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen. Text-, Bild-, Grafikdateien werden auf Verwendbarkeit geprüft, um anschließend layoutete Druckdateien zu erstellen. Auf dieser Ebene ist der Grad der Zusammenarbeit variabel anzusehen. Er reicht von der Datenübernahme fertiger Druckvorlagen bis hin zur Anlieferung einzelner Datenkomponenten (Text und/oder Bild), aus denen die Printdaten generiert werden. Großformatiger Digitaldruck (Workflow, besondere Dienstleister, Zusammenhang mit Agenturleistung) Der großformatige Digitaldruck (Large- Format-Printing) hat für den Druck großformatiger Produkte in geringer Auflage erheblich an Bedeutung gewonnen, z. B. für Banner, Werbe- und Dekofahnen, Hausverkleidungen oder Baustellenschilder. Die Stabilität der Produktionsprozesse und die Produktionsgeschwindigkeit haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Der großformatige Digitaldruck hat dadurch als Ausgabemedium Einzug gehalten in eine Vielzahl betrieblicher Strukturen. Gedruckt wird auf nahezu jedes Material, insbesondere aber Papier, Stoffe, Substrate in Plattenware oder flexible Bedruckstoffe von der Rolle. War diese Ausgabetechnik in der Vergangenheit wenigen Spezialisten vorbehalten, so finden sich heute entsprechende Ausgabegeräte auch in Werbetechnik-Abteilungen von Druckereien und in Werbeagenturen. Die Kombination mit der ohnehin vorhandenen Kompetenz in Datenbearbeitung und Gestaltung eröffnet in mancherlei Hinsicht neue Geschäftsfelder und somit auch neue, zukunftsorientierte Ausbildungsmöglichkeiten in Kombination mit den klassischen Aufgabenfeldern der Druckvorstufe. Digitaldruck(Blattware, Individualisierung, Personalisierung) Der Digitaldruck ist ein Druckverfahren ohne statische Druckform. Die zu druckenden Daten werden direkt aus dem Datenbestand des Rechnersystems digital in das Drucksystem übertragen. Hierbei kann es sich um ein bogenbasiertes Drucksystem oder ein Rollendrucksystem, ein tinten- oder tonerbasiertes Verfahren handeln. Durch angeschlossene Peripheriegeräte kann das Drucksystem zur Inlinefertigung ausgebaut werden, z. B. für die Broschurenproduktion. Printing-on-demand stellt insbesondere für die Buchproduktion in kleineren Auflagen neue Möglichkeiten dar. Die Ausbildung in diesem Bereich sollte vorzugsweise mit High-End- Digitaldruckmaschinen und einer anspruchsvollen Produktpalette erfolgen. Einfarbige oder farbige Kleinauflagen, individualisierte und auch personalisierte Druckprodukte, Vorabauflagen, Geschäfts- und Werbedrucksachen, Bücher u. a. ab einem Exemplar stellen heute die breite Palette der Anwendungen dar. Produktionstechniken, die in keinem anderen Druckverfahren technisch und/oder wirtschaftlich einsetzbar sind, ermöglichen eine integrierte Fertigung von Produkten (z. B. Buchproduktion, Fotobuch). Konzeption, Visualisierung Werbeagenturen, aber auch Druckereien mit besonderem Kreativanspruch sollten sich in diesem Profil wiederfinden. Unternehmen, die nicht auf Studienabsolventen zurückgreifen wollen, haben mit dieser als Fachrichtung definierten und breit aufgefächerten kreativen Ausbildungsmöglichkeit die Chance, auf der Facharbeiterebene Mitarbeiter für kreative Aufgaben zu qualifizieren. 6 Mediengestalter Digital und Print | Mediengestalterin Digital und Print

Mediengestalter Digital und Print | Mediengestalterin Digital und Print Tätigkeitsprofile Marketing, Contenterstellung, Social Media neue Möglichkeiten sowie andere Strukturen auf der Seite der Inputgeber bieten neue Ausbildungschancen im Medienworkflow. Durch die unterschiedliche Zuordnung der prüfungsrelevanten Wahlmöglichkeiten zu den Fachrichtungen können Ausbildungen einerseits in die mehr planerisch beratende Kompetenz, andererseits aber auch in die technisch realisierende Kompetenz ausgerichtet werden. Marketingaspekte waren in der bisherigen Ausbildung in der Fachrichtung Beratung und Planung bereits verortet. Die Inhalte bezogen sich im Wesentlichen auf das Antizipieren der Marketingvorstellungen des Kunden, um diese in der Beratung des Kunden zielführend einsetzen zu können. Die Verbesserung des Kundenverständnisses im Hinblick auf die Realisierbarkeit der Aufgabenstellung stand im Vordergrund. Zu dieser unverändert enthaltenen Kompetenzvermittlung sind durch die neuen Social-Media-Plattformen neue Anforderungen getreten, die einerseits den Beratungs- und Planungsbereich betreffen, aber andererseits auch neue Kompetenzen bezüglich der Umsetzung z. B. in der Betreuung einer Facebook-Seite eines Unternehmens bedeuten. Hier können z. B. Marketingabteilungen und Mediendienstleister gleichermaßen ausbilden. Das Tätigkeitsspektrum für Mediengestalter wird durch diese neue Qualifizierungsmöglichkeit erweitert. Ähnlich sieht es bei der neu eingeführten Ausbildungsmöglichkeit „Contenterstellung“ aus. Neue Tätig keitsfelder erschließen sich in Marketingabteilungen, Werbeagenturen und auch Mediendienstleistern, um den Content zukünftiger Print- oder Onlineprodukte erstellen zu können. Recherchieren, Texten, Auswählen von Bildern mit der „richtigen“ Bildaussage sind einige Ausbildungsinhalte, die zu den klassischen Kompetenzen der Mediengestalter hinzukommen. Veränderte Formen der Zusammenarbeit, 3D-Gestaltung Da die 3D-Gestaltung heute vom Einzelbild über die Spieleerstellung bis zum komplett animierten Kinofilm reicht, musste das Tätigkeitsfeld auf das in einer betrieblichen Erstausbildung machbare reduziert werden. Dies bedeutet, dass die Ausbildungsinhalte sich auf das Erstellen von 3D-Standbildern und einfache Animationen beschränken. Die Komposition bildlicher Darstellungen, die Verfremdung von Motiven, aber auch die Konstruktion realer Produkte mittels Übernahme von CAD-Daten des Kunden stellen das Anwendungsspektrum dar. Dementsprechend richtet sich diese Ausbildungsmöglichkeit eher an Werbeagenturen oder hoch spezialisierte Kreativabteilungen von Mediendienstleistern. Im Bereich der Digitalmedienproduktion kommen noch einfache Animationen hinzu. Projektplanung, Auftrags- und Sachbearbeitung, Kommunikationsplanung und Erfolgskontrolle Die Ausbildung bietet in der Fachrichtung Beratung und Planung weiterhin die Möglichkeit einer „unternehmerisch“ orientierten Qualifizierung. Neben einer fundierten fachlichen Grundlage bieten sich hier Chancen für die Sachbearbeitung. Das vielschichtige Wissen um differenzierte Produktionsmöglichkeiten wird kombiniert mit kaufmännischem Wissen um Kalkulation sowie Produktionskosten, einer realistischen Terminierung und rechtlichen Aspekten der Auftragsvergabe. Druckunternehmen, aber auch auf der Kundenseite, innerhalb der Werbe- oder Marketingabteilungen, bietet das neu hinzugekommene Ausbildungsmodul „Kommunikationsplanung und Erfolgskontrolle“, die Möglichkeit, durch eine stärker marketingorientierte Ausbildung qualifizierte Ansprechpartner ausbilden zu können. Sonderprodukte/Sonderbereiche(Geografik, Musiknoten-, Tiefdruckformherstellung, …) Bei der Entwicklung der Mediengestalterausbildung wurden mehrere Druckvorstufenausbildungsberufe mittels Wahlqualifikationen in die neue modulare Ausbildungsstruktur integriert. Sie sind, obwohl sie z. T. heute nur noch wenig Anwendung finden, für diese Unternehmen wichtig. So hat z. B. der Tiefdruck einen großen Teil seines früheren Produktionsvolumens verloren. Entsprechend weniger Zylinder werden graviert. Für die übrig gebliebenen Unternehmen ist diese Facharbeiterkompetenz aber weiterhin unverzichtbar. Andere Geschäftsfelder in der Printmedienproduktion haben sich durch den digitalen Workflow verändert und sind nun durch die modulare Struktur mit ihren Besonderheiten in die Ausbildungsordnung integrierbar geworden, ohne alle anderen mit den spezifischen Anforderungen zu belasten. Dies trifft auch auf die neu hinzugekommenen Bereiche Dekorvorlagenherstellung und Fotomediendienstleistung zu. 7 Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (ZFA)